Turnfahrt

//Turnfahrt

Pünktlich um 7.20 Uhr treffen sich 14 wanderfreudige Zweibeiner und ein vierbeiniges Energiebündel, um in ein undurchsichtiges Abenteuer zu stechen. Nach einer knapp 3 ½ stündigen Fahrt treffen wir in Wengen ein. Das Wetter lädt nicht gerade zum Picknick ein. So verschwinden wir in ein urchiges Restaurant und stärken uns für die bevorstehende Wanderung.

Entlang der Jungfraubahn steigen wir – wie könnte es anders sein – stetig in die Höhe. Um uns herum herrscht eine dicke Nebelschicht und, trotz Schirm und Regenjacke, werden wir nass und nässer. Auf einmal scheint sich der Anstieg für Diana und Stefanie zum Guten zu wenden: ein bergtaugliches Fahrzeug mit Anhänger, gefahren von zwei bärtigen Gestalten, auf dem Rücksitz ein grosser Hund, hält freundlicherweise an. Die beiden Damen steigen begeistert in den Anhänger und lassen sich ein gutes Stück chauffieren. Voller Vorfreude auf eine Pause in einem wohlig warmen Restaurant kommen wir auf der Wengernalp an. Doch welch ein Pech! Fenster und Türen sind geschlossen. So bleibt uns nichts anderes übrig, als den Rest der heutigen Wanderung auf die Kleine Scheidegg in Angriff zu nehmen.

Dort beziehen wir unsere bequeme Unterkunft und tauschen unsere nassen Kleider nach einer wohltuenden Dusche in trockene um. Unsere Reiseführer Willy und René haben einmal mehr ein köstliches Abendessen ausgewählt. Eine bessere Entschädigung für den Aufstieg könnte man sich nicht wünschen. Nachdem die Stimmung mit einigen Witzen angeheizt worden ist, debattieren wir über die Spielregeln eines Würfelspiels, das einmal Meier und das andere Mal Mäxchen heisst. (Schon die verschiedenen Namen lassen auf unterschiedliche Spielregeln schliessen, gäll Udo!) Da entschliessen sich vier, diesem Treiben nicht länger zuzuhören und lieber in Ruhe zu jassen. Nach diesem Würfelspiel und genügender Verköstigung beschliesst die Runde, sich ans „“Büsi““ (oder heisst es jetzt doch „“Bausi““?!) zu wagen. Auch hier wird einmal so und einmal so gespielt. Aber Hauptsache, es ist lustig!

Nach einer erholsamen und ruhigen Nacht steht bereits um 8.00 Uhr ein schmackhaftes Frühstücksbuffet bereit. Obwohl sich das Wetter nicht von einer schöneren Seite zeigt, ziehen wir die Schönwettervariante durch. Schliesslich sind wir Optimisten. So marschieren wir weiter hinauf auf den Eigergletscher und gönnen uns auf 2320 m eine kleine Pause. Draussen hat es mittlerweile etwa 10 cm Schnee, was uns hart Gesottenen jedoch nichts ausmachen kann. Wir betrachten schöne Bilder mit Aussichten, wie sie sich sonst in diesem wunderbaren Gebiet anbieten.

Dann geht es weiter, entlang der Eigernordwand. Hie und da zeigt uns Willy, was wir wo sehen würden, wenn… Wir können uns das lebhaft vorstellen. Wenigstens lässt Sina keine trüben Gedanken zu. Sie will ihr Spielzeug immer wieder holen und sucht ihre Opfer. Immerhin hellt es beim Abstieg kurz auf, so dass wir doch einige Häuser im Tal erblicken können. Alpiglen heisst das Dorf, wo wir zum Mittagessen die besten Chässchnitten der Schweiz geniessen. Noch ein kurzer Abstieg (der jedoch in die Knochen geht!), dann erreichen wir Brandegg.

Von dort aus fahren wir mit der Bahn hinunter nach Grund und wieder hinauf nach Grindelwald. Um nach Interlaken zu gelangen, müssen wir in einen Bus steigen, da das Unwetter auch auf dieser Strecke ihre Spuren hinterlassen hat. Hier wird uns klar vor Augen geführt, was Naturgewalten anrichten können, und wir fühlen uns klein und machtlos. Auf der Heimfahrt wird nun endlich noch der letzte Wein aus dem Rucksack gepackt und genossen.

Auch wenn das Wetter nicht mitgespielt hat, haben wir diese Turnfahrt genossen. Herzlichen Dank an unsere Organisatoren Willy und René, die alles wie gewohnt tadellos vorbereitet haben!

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2018-11-20T00:18:00+00:0030. September 2005|2005|