DD. Am Samstag, früh morgens um 6.20 Uhr, treffen sich 19 wanderhungrige Turner und Turnerinnen, erfreulicherweise teilweise mit Anhang, um sich auf den Gommer-Höhenweg im Wallis zu begeben. Obwohl der Regen sich von seiner schönsten Seite zeigt, sind wir frohen Mutes. Dieses Hochgefühl wird durch den schon fast traditionellen Morgenschoppen im Zug verstärkt. Als wir in Münster ankommen, begrüsst uns aber ein Gewitter. Dieses veranlasst uns, unverzüglich ein Gasthaus aufzusuchen und ein feines Mittagessen einzunehmen. René und Willy, unsere Reiseleiter, lassen sich nicht vom schlechten Wetter beeindrucken oder gar beirren und bieten uns sogleich zwei Varianten an: den vorgesehenen Höhenweg für die Hartgesottenen/Unverfrorenen mit René und den kürzeren „Rottenweg“ mit Willy für solche, die sich nicht stundenlang im strömenden Regen aufhalten mögen. Schliesslich will niemand eine Blösse zeigen; alle stapfen wacker René hinterher. Auf ungefähr halbem Weg wird es einigen trotzdem zu ungemütlich, dauernd in Rinnsalen zu waten, und begeben sich nach Ulrichen hinab, um von dort mit dem Zug ins Nachtquartier zu fahren. Die anderen schaffen die Wanderung mit zügigen Schritten und ohne Pause in drei Stunden – viereinhalb wären dafür vorgesehen gewesen! Naja, nicht alle Regenjacken und Wanderschuhe haben den Härtetest bestanden, auch die Schirme haben uns nicht vor dem Nass geschützt. Was Udos Hosen zu bieten haben, ist aber einmalig: sie lassen fleissig Schaum austreten, als ob sie ihren Unmut zeigen wollten!

Alle freuen sich auf die warme Dusche, trockene Kleider und ein schmackhaftes Abendessen in Oberwald. Wir werden nicht enttäuscht. In der Zwischenzeit sind auch Franz und Nicole eingetroffen und leisten uns Gesellschaft. Danach verbringen wir einen vergnügten Abend und legen uns mehr oder weniger stolz über die erbrachten Leistungen auf die leider etwas zu dünn geratenen Matratzen.

Am nächsten Morgen heisst es, früh aufzustehen. Um 7.00 Uhr ist das reichhaltige Frühstücksbuffet bereit. Wir sind optimistisch: es regnet gerade nicht. So fahren wir wieder mit dem Zug zurück nach Münster und steigen den Berg hinauf. Es dauert jedoch nicht allzu lange, da fallen schon wieder dicke Regentropfen vom Himmel. Nach einer kurzen Rast in einer abgelegenen „Raststätte aus Zelten“ (aber erstaunlicherweise mit einem WC samt Spülung!) beschliessen alle unisono, die Wanderung vorzeitig abzubrechen. Schliesslich sind wir mittlerweile nicht nur nass, sondern auch etwas durchfroren. So nehmen wir den nächsten Abstieg in Angriff, welcher uns nach Biel führt. Dort erlaubt uns ein sehr netter Wirt, im Restaurant zu picknicken, was wir dankbar annehmen. Wahrscheinlich hat er uns durchnässte Gestalten auf der Suche nach einem trockenen Unterschlupf für unsere Mittagsrast bereits beobachtet und Erbarmen gehabt…

Wen wundert’s, dass die ersehnten Aufhellungen aufkommen, sobald wir im Zug sitzen, der uns drei Stunden früher als vorgesehen nach Hause bringt…

Lieber René, lieber Willy, wir danken Euch ganz herzlich für die Organisation dieser Wanderung. Das Wetter könnt auch Ihr nicht beeinflussen. Ihr habt uns jedoch einmal mehr bewiesen, dass ihr in jeder Situation die Ruhe bewahrt und stets Lösungen bereithaltet. In diesem Sinne freuen wir uns jetzt schon auf die nächste Turnfahrt.

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